14.02.07

Die Geschichte des Drachens

Die ersten Drachen kommen bereits vor 3000 Jahren in der chinesischen Literatur vor. Dort wurden sie bei kriegerischen und mystischen Anlässen genutzt, aber auch zu nützlichen Zwecken waren sie gut:

- menschentragende Systeme, um feindliches Gebiet auszuspähen

- nächtliches Feuerwerk und furchterregende Tonerzeuger wurden an Drachen und Leinen befestigt

- Nutzung bei vermessungstechnischen Berechnungen

- Überwindung von Hindernissen

Reisende Händler aus Europa fanden vermutlich Gefallen an den windigen Gesellen und bereits vor 1000 Jahren wurden denn auch im europäischen Raum Drachen urkundlich erwähnt.

Das kleine Drachen-ABC der Geschichte

Der Amerikaner William A. Eddy erfand vor gut 100 Jahren den gleichnamigen "Eddy" Drachen, der immer noch sehr beliebt ist. Früher wurde er jedoch zu meteorologischen Zwecken gebraucht, um die Messgeräte in grössere Höhen zu bringen.

Der Kastendrachen wurde im 19. Jahrhundert von Lawrence Hargrave erfunden. Ursprünglich wollte er dies entwickeln, um Menschen zu transportieren. Es wurde dann aber für andere Zwecke wie zB. Messungen eingesetzt.

Der Schirmdrachen wurde von Hermann Schenk entwickelt. Mit einem Gespann von acht Drachen brach dieser am
1. August 1919 den noch heute nicht übertroffenen Rekord von 9740 Metern.

Samuel F. Cody entwickelte vor dem ersten Weltkrieg für die britische Armee den "Cody", damit die Artileriebeobachter in die Höhe getragen werden konnten. Heute gilt der "Cody" als faszinierendes Ausstellobjekt, welches nur bei gutem Wetter geflogen wird.

Der Delta-Drachen wurde 1948 von Francis Rogallo entwickelt. Dieser Drachen ist noch heute hoch aktuell, sowohl als Einleiner wie auch als Lenkdrachen.

Die Lenkmatten oder auch Parafoils genannt wurde 1963 von Domina C. Jalbert aus Amerika entwickelt. Die Matten kommen ganz ohne Stangen aus und werden heute häufig auch zum ziehen von Buggies, Mountainboards, Surfbrettern, Skis etc. benutzt.

Die Entwicklung zum Drachenboom

Neben kriegerischen Zwecken beschäftigten sich aber auch Tüftler und - zweckfrei und spielerisch - Kinder (!) mit Drachen.

Verschiedene technische Neuentwicklungen (Kastenformen), sowie technische Nutzung der Trag- und Zugkraft, Luftbildfotografie, lenkbare Zugdrachen für Kutschen mit bis zu vier Passagieren und menschengebende Systeme, ebenso wie die ernsthafte Nutzung für wetterkundliche Messungen, liess die Weiterentwicklung rasend schnell fortschreiten.

Selbst die Raumfahrtindustrie beschäftigte sich mit Nutzungsmöglichkeiten und entwickelte den halbflexiblen Deltadrachen. Aus ihm entstanden dann der Hängegleiter, Hochgeschwindigkeits- und Präzisions-Lenkdrachen und sogar "Indoor-Drachen", das sind ultraleichte Lenkdrachen, die mit sehr wenig Wind auskommen.

Faszinierend für jedes Alter

Drachen sind keineswegs nur Kinderspielzeug - es gibt eine riesige Palette an Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Altersstufen. Wie faszinierend es für (fast) alle Betrachter ist, wenn ein Drachen in der Luft ist, kann jeder erleben, der  - wo auch immer - seinen Flieger in die Lüfte schickt. Mit Sicherheit werden Zuschauer kommen und es werden Geschichten und über Drachen erzählt, manchmal soll es auch ein bisschen "Drachenlatein" geben. Dieses Hobby hat schon viele Leute angesteckt. Es fängt mit einem gekauften Drachen and und endet oft im grossen, selbst konstruierten Drachen.

 

Stand: 14.02.07